
Blitzkurs in Kirchengeschichte
Der Einstieg glich einer kleinen Zeitreise. Wir starteten mit der Geburtsstunde des Christentums an Pfingsten, als die Apostel den Auftrag erhielten, die Frohe Botschaft in die Welt zu tragen. Doch der Weg war lang: Erst unter dem römischen Kaiser Konstantin I. (306–336) wandelte sich das Christentum zur offiziellen Religionsgemeinschaft. Spannend dabei: So manches, von dem wir heute glauben, es sei „schon immer katholisch“ gewesen, existiert tatsächlich erst seit dem 19. Jahrhundert.
Die Emmausgeschichte in unserer Liturgie
Im Anschluss warfen wir einen Blick auf das Kirchenjahr mit all seinen Sonn- und Feiertagen und arbeiteten uns durch die einzelnen Elemente der Gottesdienstfeier. Besonders greifbar wurde hier die Verbindung zur Emmausgeschichte: Das Zusammenkommen, das Hören von Jesu Worten, das Brechen des Brotes und schließlich die Sendung – all das feiern wir bis heute in der Heiligen Messe.
Zwischendurch blitzte auch ein nachdenkliches Zitat des Philosophen Friedrich Nietzsche auf: „Die Christen müssten mir erlöster aussehen. Bessere Lieder müssten sie mir singen, wenn ich an ihren Erlöser glauben sollte.“
Ein Satz, den ich an dieser Stelle einfach mal so im Raum stehen lasse…
Das Geheimnis hinter dem „Hokuspokus“
Steffi erzählte uns auch, dass der heute als Zauberspruch verwendete Begriff „Hokuspokus“ eigentlich aus dem kirchlichen Gebrauch stammt. Der Spruch leitet sich historisch von der lateinischen Wandlungsformel „Hoc est enim corpus meum“ („Das ist mein Leib“) ab. Da hat sich das Kirchenvolk früher wohl seine ganz eigene Interpretation auf das lateinische Gemurmel des Pfarrers gemacht.
Zum Abschluss sprachen wir noch über unsere heutigen Gebete. Das Schöne daran: Egal wo wir uns befinden – die Abläufe und Texte sind im gesamten deutschsprachigen Raum identisch. So kann man also überall einer Heiligen Messe folgen und mitbeten.
Dennoch, viele der Texte entsprechen schlicht nicht mehr dem heutigen Sprachgebrauch und bräuchten dringend eine Verjüngungskur. Ob sich auch unsere Pfarreien an eine sanfte Modernisierung wagen, so wie es in einigen anderen Gemeinden bereits gelebter Alltag ist? Wir werden sehen…
Fazit des Abends: Liturgie ist nicht in Stein gemeißelt. Sie lebt – von ihrer Geschichte, von liebgewonnenen Traditionen und vor allem von den Menschen, die sie gemeinsam feiern.
Schön, dass ihr dabei wart!